Heute macht sich Nopegirl schick. Ja, so richtig. In nicht ausschließlich bequemer Kleidung wird sie heute eine Veranstaltung mit Zielgruppe Erwachsene besuchen. Was für ein Happening. Zu so einem besonderen Anlass lässt sich Nopegirl auch schon Mal zu hohen Schuhen und… festhalten… Nagellack hinreißen. So verrucht, so verrückt… und so mühsam!

Ich habe eine komische Beziehung zu Nagellack. (Ja, man kann eine Beziehung zu Nagellack haben.) Ich find ihn toll! Besonders auf fremden Fingernägeln. Da ist er nämlich meistens präzise und gewissenhaft aufgetragen und glänzt schon aus der Ferne. Auch näher betrachtet sind weder Kratzer noch Nagelbeißspuren zu sehen. Bemerkenswert.

Mehrschichtig

Besonders Mamas oder Frauen, die viel im Haushalt machen und… Halt! War das jetzt diskriminierend? Also nochmal: Besonders Eltern oder Menschen (besser), die viel im Haushalt machen, ihre Finger also ständig in Putzmittel tränken und TROTZDEM Nagellack länger als 24 Stunden tragen, sind für mich ein Phänomen à la Akte X. Quasi Außerirdische. Ich schau das Spüli in der Küche nur an und der Lack splittert in alle Richtungen ab. Kommt mir jetzt nicht mit Unterlack, Oberlack, Überlack…. Hab ich alles versucht. Mehrmals, also mehrschichtig. Und ja, er hält dann um ca. eine Stunde länger. Genau die eine Stunde, die ich länger für den perfekten Anstrich benötige. Toll. Verlorene Lebenszeit.

Yippieh, ein besonderer Anlass

Also zurück zum Happening. Es sind noch ein paar Stunden Zeit bis es los geht. Ich hab mir allerdings noch nicht überlegt, was ich anziehe – also nicht genau… und ich weiß noch nicht, welche Schuhe ich anziehe… Oje, keine guten Voraussetzungen für Pünktlichkeit. Außer ich plane genügend Vorlaufzeit mit Puffer ein… Hahahahaha.

Ich komme dann schließlich doch in die Gänge und entscheide mich relativ rasch für ein Outfit: schick und nicht zu aufreizend. Elegant, aber gleichzeitig lässig. Ich fühl mich wohl!

Die unpolierte Wahrheit 

Hoch motiviert durch den frühen Etappensieg bei der Vorbereitung, wage ich einen ehrlichen Blick auf meine Fingernägel. Eindeutig manikür-pflichtig. Sie schreien nach einem Anstrich. Oder zumindest nach Glanz. Da führt kein Weg vorbei. „Kein Problem“, spreche ich mir innerlich Mut zu: „Du schaffst das!“

Fertig adjustiert gehe ich also vor meinem Badezimmerschrank in die Knie. Meine Nagellacke sind nämlich ganz unten im letzten Eck verstaut. Nein, nicht wirklich griffbereit. Weder für mich und hoffentlich auch nicht für mein Kind.

Langweilig – praktisch – unauffällig

Ich blicke also in meine Nagellack-Box und krame herum: Nein, der wird’s nicht. Der auch nicht. Der ist langweilig. Der ist fad. Der ist kaputt… Während ich so krame, schüttle ich ungläubig den Kopf: Champagne, Ceramic, Nude, Beige Leger,… Na kein Wunder, dass sich meine Fingernägel querlegen bei so vielen „Nicht-Farben“. Meine Lacke sehen alle irgendwie gleich aus, sind aber dann doch wieder in ihrer ganz speziellen Art… langweilig.

Fifth Avenue, ich komme!

Langweilig, nein danke. Ich hab keine Lust auf unauffällig und praktisch. Zumindest nicht heute. Heute geh ich aus, zeige mich, will präsent sein. Da passt kein Bahama Beige zu mir. Im Gegenteil, heute bin ich „Fifth Avenue“!

Geworden ist es schlussendlich das Modell „in stitches“ [to be in stitches – sich schieflachen (ugs.)]. Gelacht hab ich an dem Abend wirklich viel. Schief war nur der Lack auf meinen Nägeln, den ich im Vorzimmer noch rasch auftrug, bevor ich mit gespreizten Fingern die Wohnung verließ. Aber das war egal. Und auch, wenn er sich knapp 24 Stunden später wieder verabschiedete. Für einen Moment Carrie oder Cinderella sein, ist jede Minute Vorbereitung wert.

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